Die Geschichte des Xylophons

Die Ursprünge des Xylophons können nicht eindeutig bestimmt werden. Die Historiker legen sich aber oft darauf fest, dass das Instrument zum ersten Mal in Südostasien entwickelt wurde. Es existieren verschiedene Reliefs, die das Xylophon im Einsatz zeigen. Diese Zeugnisse stammen aus dem 9. Jahrhundert, wobei es immer wieder auch Aussagen gibt, dass das Instrument sogar noch früher entstanden ist. Von Asien gelangte das Xylophon dann nach Afrika, wo das Instrument vor allem im Westen verwendet wurde.

Die europäische Geschichte des Xylophons

Nach Europa wurde das Xylophon von den Heimkehrern der Kreuzzüge gebracht. Eine der bekanntesten Abbildungen stammt von Hans Holbein dem Jüngeren von 1523. Es ist ein Holzschnitt mit dem Titel „Totentanz“, der ein Skelett zeigt, dass ein Xylophon spielt. Von da an wurde das Instrument in unterschiedlichen Schriften von Theoretikern erwähnt. Dabei verwendeten sie oft die Bezeichnung „Strohfiedel“ oder „schallendes Gelächter“ für das Xylophon. Bis in das 19. Jahrhundert wurde das Instrument vor allem von Wandermusikern gespielt. Besondere Musiker, die sich durch eine spezielle Virtuosität auszeichneten, zogen in dieser Zeit mit einem Zirkus durch das Land und spielten das Xylophon.

Xylophone als Orchesterinstrument

Die ersten Kompositionen für das Xylophon wurden im frühen 19. Jahrhundert von Ignaz Schweigl und Ferdinand Kauer verfasst. Der französische Komponist Camille Saint-Saëns erstellte in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die ersten Orchesterwerke, in denen das Xylophon zum Einsatz kommt. Eine spezielle „Xylophonschule“ entsteht 1886 und wurde von Albert Roth entwickelt. In diesem Werk wird zum ersten Mal die zweireihige Anordnung der Klangstäbe eingeführt. Ab dem Jahr 1903 wird von John Calhoun Deagan das moderne Orchester-Xylophon entwickelt. Es besteht aus zwei Reihen chromatischer Klangstäbe mit Resonatoren. Die Stäbe liegen quer zum Musiker. Auf der linken Seite befinden sich die langen Klangstäbe für die tiefen Töne und auf der rechten Seite liegen die kurzen Stäbe für höhere Töne.

Die Verwendung des Xylophons abseits des Orchesters

Xylophone gehören zum Orff’schen Instrumentarium. In den Musikschulen sidn sie Teil der musikalischen Früherziehung. So kommt die weite Verbreitung von Xylophonen weitab des Orchesters zustande. Trabbare Xylophone gehören auch zur Ausstattung von Spielmannzügen. In diesem Kontext heißen die verwendeten Instrumente „Lyra“ und haben das Erscheinungsbild einer Leier. Bei dieser Variante hält die eine Hand das Instrument und die andere Hand nutzt einen Schlägel, um es zum Klingen zu bringen. Die Klangstäbe befinden sich parallel zum Musiker.